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Ludwig van Beethoven, Skizzenbuch "Petter" zu verschiedenen Werken (op. 92, op. 93, op. 96, op. 113, WoO 140 u.a.), Autograph

Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Mh 59

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Wissenswertes
Vom Klavierkonzert zur 8. Sinfonie

Dieses Skizzenbuch erhielt - wie viele seiner Art - seinen Namen von einem Vorbesitzer, Gustav Adolf Petter, der es 1846 erwarb und bis zu seinem Tod 1868 besaß. Petter verschenkte (oder verkaufte) einige Einzelblätter aus dem Buch und ließ die verbleibenden 74 Blätter neu binden. Im Petter-Skizzenbuch und den dazugehörenden Blättern finden sich in erster Linie Skizzen und Entwürfe zur 7. und 8. Sinfonie. Die Notierungen sind chronologisch, die Skizzen zur 8. Sinfonie beginnen bei Bl. 35, nach den letzten Einträgen zur "Siebten". Auffallend ist, dass Beethoven die "Achte" wohl zunächst nicht als Sinfonie, sondern als Klavierkonzert geplant hatte. So können wir auf Bl. 37v (Bild 74) einen längeren Verlauf erkennen - das Thema wird später einmal die Sinfonie eröffnen - der in Zeile 13 mit einer Fermate endet. Daran schließt sich deutlich eine Kadenz für Klavier an. Auf Bl. 39v und den beiden folgenden Seiten skizzierte Beethoven zwei alternative Fassungen einer Orchesterexposition, die beide Male mit dem Wort "Solo" enden, also mit dem Einsatz eines Soloklaviers. Auf Bl. 40r unten und 40v oben (Bilder 79 und 80) vermerkte Beethoven auch mehrfach "tutti" und "solo", Begriffe, die besonders im Konzert eine Rolle spielen. Auf den folgenden Blättern nimmt Beethoven dann langsam Abschied von der Konzertidee. Zunächst, indem er sich auf Bl. 42r (Bild 83) mit einem anderen Klavierkonzert auseinandersetzt, von dem er anfangs nicht weiß, ob es ein "Concert in g", ein "adagio in Es" oder ein "Concert in g oder E moll", schließlich, in der untersten Zeile, ein "Polonaise allein für Klavier" (die er auf dem folgenden Blatt für Klavier und Orchester ausarbeitet) sein soll. Erst auf Bl. 45r (Bild 89) begegnet uns links oben der Eintrag "3te Sinf". Alle nachfolgenden Einträge erarbeiten die 8. Sinfonie. Nachdem Beethoven also offensichtlich zwischen Bl. 35 und 44 unterschiedliche Ideen im Kopf hatte - im wesentlichen für Klavier und Orchester, aber auch für andere Projekte - hatte er sich auf Bl. 45 endlich entschlossen: gegen das Klavierkonzert, für die Sinfonie. (J.R.)

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