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Drei Sonaten für Klavier und Violine (A-Dur, c-Moll, G-Dur) op. 30

Hörproben
Nr. 1: 1. Allegro (365 kB)
Nr. 1: 2. Adagio molto espressivo (365 kB)
Nr. 1: 3. Allegretto con Variazioni (I-VI) (365 kB)
Nr. 2: 1. Allegro con brio (365 kB)
Nr. 2: 2. Adagio cantabile (365 kB)
Nr. 2: 3. Scherzo. Allegro (365 kB)
Nr. 2: 4. Finale. Allegro - Presto (365 kB)
Nr. 3: 1. Allegro assai (365 kB)
Nr. 3: 2. Tempo di Minuetto, ma molto moderato e grazioso (365 kB)
Nr. 3: 3. Allegro vivace (365 kB)

Entstehung
1802
Alexander I. Zar von Russland gewidmet

Die drei Violinsonaten op. 30 entstanden in der ersten Hälfte des Jahres 1802. Beruflich und gesellschaftlich stand Beethoven in diesem Jahr außerordentlich gut da. 1801 hatte ihm Fürst Karl von Lichnowsky eine jährliche Pension von 600 Gulden ausgesetzt. Auch künstlerisch hat er Erfolg, wie er seinem Freund Wegeler in Bonn am 29.6.1801 berichtet: "meine Komposizionen tragen mir viel ein, und ich kann sagen, daß ich mehr Bestellungen habe, als es fast möglich ist, daß ich machen kann. auch habe ich auf jede Sache 6, 7 Verleger und noch mehr, wenn ich mir's angelegen sein lassen will, man accordirt nicht mehr mit mir, ich fodere und man zahlt, du siehst, daß es eine hübsche Lage ist" (BGA 65).

Beruflichem Erfolg und Anerkennung steht jedoch das große Drama seines Lebens gegenüber, die verhängnisvolle Katastrophe zeichnet sich bereits deutlich ab: Beethoven verliert sein Gehör. Im gleichen Brief gesteht er dem Freund und Mediziner: "mein Gehör ist seit 3 Jahren immer schwächer geworden, (...) meine ohren, die sausen und Brausen tag und Nacht fort; ich kann sagen, ich bringe mein Leben elend zu, seit 2 Jahren fast meide ich alle gesellschaften, weils mir nun nicht möglich ist, den Leuten zu sagen, ich bin Taub, hätte ich irgend ein anderes Fach, so giengs noch eher, aber in meinem Fach ist das ein schrecklicher Zustand, dabey meine Feinde, deren Anzahl nicht geringe ist, was würden diese hiezu sagen - um dir einen Begriff von dieser wunderbaren Taubheit zu geben, so sage ich dir, daß ich mich im Theater ganz dicht am Orchester gar anlehnen muß, um den schauspieler zu verstehen, die hohen Töne von Instrumenten singstimmen, wenn ich etwas weit weg bin höre ich nicht, im sprechen ist es zu Verwundern daß es Leute giebt die es niemals merkten, da ich meistens Zerstreuungen hatte, so hält man es dafür, manchmal auch hör ich den Redenden der leise spricht kaum, ja die Töne wohl, aber die worte nicht, und doch sobald jemand schreit, ist es mir unausstehlich, was es nun werden wird, das weiß der liebe Himmel". Zum Zeitpunkt dieses Briefes, im Sommer 1801, ist Beethoven jedoch noch nicht ganz verzweifelt. Er arbeitet außerordentlich produktiv und komponiert keineswegs Trauermusiken, sondern Werke voller Lebensfreude und Zuversicht. Neben den drei Violinsonaten op. 30 komponiert Beethoven im Verlauf des folgenden Jahres u.a. die drei Klaviersonaten op. 31, die großen Klaviervariationen op. 34 und 35 und die 2. Symphonie op. 36. Seine gesundheitliche Lage verschlechtert sich allerdings weiterhin dramatisch. Im Oktober 1802 bricht Beethovens psychische Verfassung zusammen, er verfasst das berühmte "Heiligenstädter Testament" für seine beiden Brüder Kaspar Karl und Johann, ein ergreifendes Zeugnis seiner Gemütsverfassung, in dem er sich gegen den Vorwurf der Menschenfeindlichkeit verteidigt, über seine Krankheiten, besonders die Schwerhörigkeit aufklärt und seinen Nachlass regelt. (J.R.)

Musikhandschriften
Autograph, op. 30,2, Klavierpartitur, HCB Mh 26 Klingendes Autograph

Erstausgaben
Originalausgabe, op. 30, 1-2, Stimmen, Bureau des Arts et d'Industrie, 65, 80, C 30 / 16
Originalausgabe, op. 30, 2, Stimmen, Bureau des Arts et d'Industrie, 80; Teilscan, HCB C op. 30
Originalausgabe, op. 30, 3, Klavierstimme, Bureau des Arts et d'Industrie, 84, C 30 / 17
Erstausgabe, op. 30, 1-3, Klavierpartitur, Dunst, 121, C 249 / 47
Titelauflage, op. 30, 1-3, Stimmen, Steiner, 4038-4040, C 30 / 3

Musikdrucke
Bibliographische Angaben im Katalog der Bibliothek

Schriftdokumente
Brief an Breitkopf & Härtel in Leipzig, Wien, 22. April 1802, HCB Br 295

Bilder
Zar Alexander I. Pavlowitsch von Rußland (1777-1825) - Stich von Meno Haas nach einem Gemälde von Gerhard von Kügelgen, um 1815 - 1820, HCB BBii 3
Der Einzug der alliierten Monarchen in Wien 1814 - Kolorierte Lithographie von Franz Wolf nach einer Zeichnung von Johann Nepomuk Hoechle, 1836, B 2123

Literatur
Bibliographische Angaben im Katalog der Bibliothek

Handschriftliche Quellen in anderen Bibliotheken
Berlin: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv
Großbritannien, London: The British Library
Österreich, Wien: Gesellschaft der Musikfreunde, Archiv, Bibliothek und Sammlungen

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