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Ludwig van Beethoven, Skizzenbuch "Engelmann" zu den Diabelli-Variationen op. 120 und der 9. Sinfonie op. 125, Autograph

Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Mh 60

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Wissenswertes
Zerteilt und zerstreut

Das nach einem Vorbesitzer so genannte Engelmann-Skizzenbuch gehört zu Beethovens Haus- oder Tisch-Skizzenbüchern, also zu den Heften, in denen er zu Hause am Schreibpult arbeitete. Sie sind großformatig und mit Tinte beschrieben, im Gegensatz zu den Taschenskizzenheften, die kleiner sind und ausschließlich Bleistiftnotierungen beinhalten. Das Engelmann-Skizzenbuch war mit seinen 19 Blättern Bestandteil eines umfangreicheren Skizzenbuches. Dieses größere Buch wurde von Domenico Artaria, einem Wiener Musikalienhändler und Verleger auf der Versteigerung von Beethovens Nachlaß im November 1827 erworben. Artaria kaufte große Mengen von Noten aus Beethovens Nachlaß, darunter über 20 Skizzenbücher. Schon recht bald nach dem Kauf, noch vor 1834, klassifizierte Artaria die von ihm gekauften "Notirungsbücher" und ordnete sie mit Großbuchstaben. Das Skizzenbuch, zu dem auch Engelmann gehörte, erhielt den Buchstaben "K", eingetragen auf der ersten Notenseite in der rechten oberen Ecke (Bild 5). Die Skizzenbücher erhielten von Artaria zusätzlich noch ein Umschlagblatt, auf dem neben dem Buchstaben der Umfang festgehalten wurde. Der Umschlag zu Skizzenbuch K befindet sich in Berlin und trägt die Aufschrift "Notirungsbuch/K/39". Demnach muß das Skizzenbuch in Artarias Besitz ursprünglich 39 Blätter umfasst haben. Das hier abgebildete Engelmann-Skizzenbuch hat nur 19 Blätter. Welche Einzelblätter, Konvolute oder Teilhefte gehören noch zu "K"? Es ist bekannt, dass einer der Vorbesitzer vor Engelmann, der Baron de Trémont, ein Blatt für sich bzw. als "Illustration" für seine Memoiren behielt, bevor er das Skizzenbuch weitergab (dieses Einzelblatt befindet sich heute in der Bibliothèque Nationale de France). Weitere Einzelblätter konnten ebenfalls identifiziert werden, darunter auch ein Blatt im Beethoven-Haus, HCB BSk 21. Sieghard Brandenburg ("Die Skizzen zur Neunten Symphonie") vermutet den größten Teil der noch fehlenden Blätter in der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, im ersten Teil einer Beethoven-Handschrift mit Signatur Landsberg 8/1.

Sowohl in Landsberg 8/1 als auch im Engelmann-Skizzenbuch befinden sich Skizzen zur Neunten Symphonie. In Engelmann zusätzlich auch noch Skizzen zu den Diabelli-Variationen op. 120. Vor allem diese Skizzen zu op. 120 ermöglichen eine grobe Datierung des Engelmann-Skizzenbuches. Die Kopistenabschrift der Diabelli-Variationen für Ferdinand Ries in London - sie befindet sich unter der Signatur HCB Mh 55 ebenfalls im Beethoven-Archiv - trägt das Datum "30. April [1823]". Die Skizzen zu den Variationen 32 und 33 auf den ersten sechs Seiten von Engelmann müssen also vor diesem Datum entstanden sein. Ähnliches gilt für die Reinschrift des Themas auf der Seite 37 (Bild 41) und den Themenansatz auf S. 30 (Bild 34). Diese Notierungen und die Skizzen entstanden also wahrscheinlich schon Anfang April 1823. Allerdings befinden sich auf den Seiten 16-18 und 33 (Bilder 20 bis 22 und 37) Korrekturen zur Abschrift der Variationen, die Beethoven mit roter Tinte vielfach für "London", für Ferdinand Ries, der die Stichvorlage für eine geplante Londoner Ausgabe erhalten hatte, kennzeichnet. Dies würde für eine Verwendung des Buches noch im Mai 1823 sprechen. (J.R.)

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