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 Orchesterwerke

Sinfonie Nr. 1 (C-Dur) op. 21

Hörproben
1. Adagio molto - Allegro con brio (365 kB)
2. Andante cantabile con moto (365 kB)
3. Menuetto. Allegro molto e vivace (365 kB)
4. Finale. Adagio - Allegro molto e vivace (365 kB)

Entstehung
Abgeschlossen im April 1800
Gottfried Freiherr van Swieten gewidmet

Beethovens erste Sinfonie wurde in seiner ersten eigenen Akademie am 2. April 1800 im Hoftheater (Burgtheater) in Wien uraufgeführt. Neben einer Mozart-Sinfonie und Arien aus Haydns Schöpfung standen ein Klavierkonzert Beethovens (wahrscheinlich op. 15), sein Septett op. 20 und eben die 1. Sinfonie auf dem Programm. Evtl. komponierte Beethoven die Sinfonie sogar speziell im Hinblick auf dieses Konzert.
Im Gegensatz zu vielen späteren Werken existieren zur 1. Sinfonie keinerlei handschriftliche Zeugnisse des Entstehungsprozesses, weder ein vollständiges Autograph noch Skizzen (wahrscheinlich ist ein ganzes Skizzenbuch aus dieser Zeit verloren gegangen). Bereits in seiner frühen Wiener Zeit, in den Jahren 1795 und 96 hatte Beethoven an einer Sinfonie in C-Dur gearbeitet, von der noch zahlreiche Skizzen zeugen. Dieser erste Anlauf verlief jedoch im Sande. Als Beethoven einige Jahre später erneut mit der Komposition einer C-Dur-Sinfonie begann, griff er - erstaunlich genug - noch nicht einmal auf das Material des ersten Versuchs zurück, sondern machte alles neu. Lediglich den Beginn des Rondothemas aus dem Finale übernahm er aus dem Vorläuferprojekt.

Die Sinfonie sollte zunächst Beethovens erstem großen Gönner und Förderer gewidmet sein, seinem ersten Dienstherren, Kurfürst Maximilian Franz, Fürsterzbischof von Köln. Der in Bonn residierende Bischof hatte das Potenzial seines Angestellten erkannt und ihn Ende 1792 mit einem Stipendium versehen nach Wien zum Studium bei Haydn geschickt. Bis 1794 bezog Beethoven in Wien regelmäßig ein Gehalt des Bonner Erzbischofs. Die Französischen Truppen im Rheinland säkularisierten den erzbischöflichen Hof und lösten Beethovens ehemalige Dienststelle auf, eine Rückkehr nach Bonn wurde damit obsolet. Beethoven war in Wien jedoch schon so erfolgreich, dass er der Unterstützung des Kurfürsten nicht mehr bedurfte. Seinem Gönner war er dennoch dankbar, die Widmung seines ersten großen Orchesterwerks daher naheliegend. Im Juni 1801 teilte Beethoven dem Verleger Franz Anton Hoffmeister in Leipzig die Titelaufschrift für die Originalausgabe mit. Der überraschende Tod von Max Franz am 27. Juli 1801 machte diese Widmung jedoch hinfällig, so dass Beethoven sich schließlich für Baron van Swieten als Widmungsträger entschied. Die Erstausgabe der Sinfonie erschien wahrscheinlich im November 1801. (J.R.)

Erstausgaben
Erstausgabe, op. 21, Partitur, Cianchettini und Sperati, 26, HCB C Md 44
Titelauflage, op. 21, Stimmen, Kühnel, 64, C 21 / 48
Titelauflage, op. 21, Stimmen, Peters, 64; Teilscan, C 21 / 43
Titelauflage, op. 21, Partitur, Simrock, 1953, J. Van der Spek C op. 21
Titelauflage, op. 21, Partitur, Simrock, 1953; Teilscan, HCB C Md 44a
Titelauflage, op. 21, Partitur, Simrock, 1953; Teilscan, C 21 / 1
Titelauflage, op. 21, Partitur, Simrock, 1953; Teilscan, Schorn 91

Musikdrucke
Bibliographische Angaben im Katalog der Bibliothek

Schriftdokumente
Anschlagzettel für Beethovens musikalische Akademie im Burgtheater am 2. April 1800, NE 279
Brief an Franz Anton Hoffmeister in Leipzig, Wien, 15. Dezember 1800, NE 181
Brief an Franz Anton Hoffmeister in Leipzig, Wien, 15. Januar 1801, NE 160
Brief an Franz Anton Hoffmeister in Leipzig, Wien, 22. oder 23. Juni 1801, HCB BBr 33
Brief an Breitkopf & Härtel in Leipzig, Wien, 18. Oktober 1802, HCB Br 298

Bilder
Maximilian Franz (1756-1801), seit 1784 Kurfürst und Erzbischof von Köln - Anonyme Hinterglasmalerei, Ende 18. / Anfang 19. Jahrhundert, B 984
Maximilian Franz (1756-1801), Erzherzog von Österreich, seit 1784 Kurfürst und Erzbischof von Köln; Brustbild en face, nach links gewandt; mit Orden - Anonymes Gemälde., um 1790, Ehemals Leihgabe Stadtmuseum Bonn
Maximilian Franz (1756-1801), seit 1784 Kurfürst und Erzbischof von Köln - Gemälde von Armin Sarter nach einer Vorlage aus dem 18. Jahrhundert, um 1890, B 208
"Die neun Symphonien grüßen ihren sterbenden Schöpfer, Sir Herbert Beerbohm Tree als Beethoven bei der Aufführung des gleichnamigen Dramas in London" - Reproduktion einer Zeichnung von Fred Pegram, 1909 ?, B 2476
Gottfried Bernhard Freiherr van Swieten (1733-1803) - Fotografie eines vermutlich von Johann Georg Mansfeld stammenden Stiches, wohl nach einer Zeichnung von Lakner, um 1925?, NE 81, Band I, Nr. 156
Beethovens 1. Sinfonie, 1. Satz - Ölgemälde von Tommaso de Meo, Rom, 1964, 1964, B 3121
Beethovens 1. Sinfonie, 2. Satz - Ölgemälde von Tommaso de Meo, Rom, 1964, 1964, B 3122
Beethovens 1. Sinfonie, 3. Satz - Ölgemälde von Tommaso de Meo, Rom, 1964, 1964, B 3123
Beethovens 1. Sinfonie, 4. Satz - Ölgemälde von Tommaso de Meo, Rom, 1964, 1964, B 3124
Beethovens Sinfonie Nr. 1 (C-dur, op. 21) - Fotografie eines Gemäldes von Radu Dragomir, um 1971, Ni 42 DRAG / 1970 Drag

Literatur
Bibliographische Angaben im Katalog der Bibliothek

© Beethoven-Haus Bonn
E-Mail: bibliothek@beethoven-haus-bonn.de