Logo
Startseitedigitales Archiv
Werke Werke
Texte Texte
Bilder Bilder
Suche Suche
Sinfonien Sinfonien
Übrige Orchesterwerke Übrige
 Orchesterwerke

Sinfonie Nr. 2 (D-Dur) op. 36

Hörproben
1. Adagio molto - Allegro con brio (365 kB)
2. Larghetto (365 kB)
3. Scherzo. Allegro (365 kB)
4. Allegro molto (365 kB)

Entstehung
Beginn ca. Herbst 1800, Abschluss April 1802, möglicherweise für den Druck später noch einmal überarbeitet
Karl Fürst von Lichnowsky gewidmet

Für Beethovens 2. Sinfonie haben sich keine handschriftlichen Quellen (außer einigen Skizzen) erhalten. Ferdinand Ries, Beethovens langjähriger Schüler und Freund, berichtet, Beethoven habe ihm die autographe Partitur der Sinfonie geschenkt. Leider sei sie ihm "von einem Freunde, aus reiner Freundschaft, gestohlen" worden.

Beethoven arbeitete nicht durchgängig an der Sinfonie und unterbrach seine Arbeit mehrfach. Wie die Skizzen zeigen, begann er wohl schon im Herbst 1800 mit der Niederschrift erster Ideen. Im darauffolgenden Winter 1800/01 legte er die Sinfonie erst einmal beiseite und wandte sich der Arbeit an der Ballettmusik für "Die Geschöpfe des Prometheus" op. 43 zu. Da ein Skizzenbuch, das Beethoven zwischen Frühjahr und Herbst 1801 benutzte, das "Sauer"-Skizzenbuch, nicht mehr vollständig zu rekonstruieren ist, kann nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden, ob sich nicht darin Skizzen zur 2. Sinfonie befanden. Ganz bestimmt arbeitete Beethoven aber wieder ab Herbst 1801 an op. 36. Spätestens April 1802 war das Werk abgeschlossen. Beethoven plante ursprünglich, die Sinfonie in einer Akademie aufzuführen, die dann jedoch nicht zustande kam: er bekam den Theatersaal nicht, den er eigentlich dafür mieten wollte. Die erste gesicherte öffentliche Aufführung erlebte die Sinfonie am 5. April 1803, zusammen mit op. 21, 37 und 85. Möglicherweise wurde sie zuvor aber schon in einer privaten Aufführung bei Fürst Lichnowsky oder einem anderen Adeligen gespielt. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat Beethoven die Sinfonie auch noch einmal überarbeitet, bevor sie Ende 1803 in Wien in Druck ging.

Aufgrund diverser überlieferter Datierungsfehler in der älteren biographischen Beethoven-Literatur wird die 2. Sinfonie in Konzertführern (und demnach immer noch auch in Konzertprogrammen) häufig voller Verwunderung in die Umgebung des "Heiligenstädter Testaments" platziert, von dem sie sich im Charakter grundlegend unterscheidet. Die neuere Skizzenforschung konnte diesen Datierungsirrtum beheben, die Sinfonie entstand nachweislich schon vor Beethovens Sommeraufenthalt in Heiligenstadt, bei dem er in tiefer Depression sein Vermächtnis verfasste. (J.R.)

Erstausgaben
Erstausgabe, op. 36, Partitur, Cianchettini und Sperati, 25, HCB C Md 120
Titelauflage, op. 36, Stimmen, Bureau des Arts et d'Industrie, 305, HCB C op. 36 = HCB C Md 1
Titelauflage, op. 36, Partitur, Simrock, 1959; Teilscan, C 36 / 59
Titelauflage, op. 36, Partitur, Simrock, 1959, C 36 / 1
Titelauflage, op. 36, Partitur, Simrock, 1959; Teilscan, J. Van der Spek C op. 36
Titelauflage, op. 36, Partitur, Simrock, 1959; Teilscan, C 36 / 3
Titelauflage, op. 36, Partitur, Simrock, 1959; Teilscan, C 36 / 39
Titelauflage, op. 36, Partitur, Simrock, 1959; Teilscan, Schorn 92
Titelauflage, op. 36, Stimmen, Steiner, 4017; Teilscan, C 36 / 7
Frühdruck, op. 36, Bearbeitung für Violine, Violoncello, Klavier, Stimmen, Bureau des Arts et d'Industrie, 503, C 36 / 31

Musikdrucke
Bibliographische Angaben im Katalog der Bibliothek

Schriftdokumente
Brief an Breitkopf & Härtel in Leipzig, Wien, 28. März 1802, HCB Br 294
Brief an Ferdinand Ries, Wien, April 1802, HCB Br 188
Brief an Johann Anton André in Offenbach, Wien, 23. November 1802, BH 147
Brief an Breitkopf & Härtel in Leipzig, Wien, 22. Januar 1803, HCB Br 301
Brief an Breitkopf & Härtel in Leipzig, Wien, 26. März 1803, HCB Br 303

Bilder
Fürst Karl Lichnowsky (1761-1814) - Nicht bezeichnete Miniatur in der Art Heinrich Fügers, um 1800, NE 159
Das Beethoven-Haus in Wien-Heiligenstadt, Probusgasse 6, Hofansicht - Holzschnitt von Carl Moll, im Aquarelldruckverfahren farbig gedruckt von der Wiener Werkstätte, Wien, um 1907, um 1907, B 243 b/7
Das Beethoven-Haus in Wien-Heiligenstadt, Probusgasse 6 - Holzschnitt von Carl Moll, im Aquarelldruckverfahren farbig gedruckt von der Wiener Werkstätte, Wien, um 1907, um 1907, B 243 b/8
"Die neun Symphonien grüßen ihren sterbenden Schöpfer, Sir Herbert Beerbohm Tree als Beethoven bei der Aufführung des gleichnamigen Dramas in London" - Reproduktion einer Zeichnung von Fred Pegram, 1909 ?, B 2476
Fürst Karl Lichnowsky (1761-1814) - Fotografie eines anonymen Ölgemäldes aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts, Um 1910?, B 127
Fürst Karl Lichnowsky (1761-1814) - Fotografie eines anonymen Ölgemäldes aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts, um 1910?, NE 81, Band I, Nr. 168
Beethovens 2. Sinfonie, 3. Satz - Ölgemälde von Tommaso de Meo, Rom, 1964, 1964, B 2263
Beethovens 2. Sinfonie, 4. Satz - Ölgemälde von Tommaso de Meo, Rom, 1964, 1964, B 2264
Beethovens 2. Sinfonie, 1. Satz - Ölgemälde von Tommaso de Meo, Rom, 1964, 1964, B 3125
Beethovens 2. Sinfonie, 2. Satz - Ölgemälde von Tommaso de Meo, Rom, 1964, 1964, B 3126
Beethovens Sinfonie Nr. 2 (D-dur, op. 36) - Fotografie eines Gemäldes von Radu Dragomir, um 1971, Ni 42 DRAG / 1970 Drag

Literatur
Bibliographische Angaben im Katalog der Bibliothek

Handschriftliche Quellen in anderen Bibliotheken
Berlin: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv
Österreich, Wien: Gesellschaft der Musikfreunde, Archiv, Bibliothek und Sammlungen

© Beethoven-Haus Bonn
E-Mail: bibliothek@beethoven-haus-bonn.de