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 Orchesterwerke

Sinfonie Nr. 8 (F-Dur) op. 93

Hörproben
1. Allegro vivace e con brio (365 kB)
2. Allegretto scherzando (365 kB)
3. Tempo di Menuetto (365 kB)
4. Allegro vivace (365 kB)

Entstehung
Frühjahr 1812 bis spätestens April 1813

Schon einmal hatte Beethoven zwei Sinfonien "im Doppelpack" komponiert: die Fünfte und die Sechste entstanden direkt nacheinander. Auch die Siebte und die Achte komponierte er in Folge. Das Autograph der 7. Sinfonie op. 92 trägt das Datum "1812. 13ten April", wahrscheinlich als Ende der Niederschrift. Unmittelbar im Anschluss arbeitete Beethoven dann an der 8. Sinfonie op. 93, die er zunächst aber als Klavierkonzert konzipierte, wie die Skizzen im "Petterschen" Skizzenbuch belegen. Der Umschwung vom Klavierkonzert zur Sinfonie muss spätestens Ende Mai 1812 vonstatten gegangen sein. In einem Brief an Breitkopf & Härtel in Leipzig berichtet Beethoven nämlich um den 25. Mai 1812: "ich schreibe 3 neue sinfonien, wovon eine bereits vollendet". Die Vollendete ist die Siebte, von den beiden anderen ist eine die spätere Achte, die dritte ein Projekt in d-Moll, das er aber nicht weiter ausführt (die 9. Sinfonie sollte dann - etliche Jahre später - die Tonart d-Moll erhalten).

Den folgenden Sommer 1812, in dem Beethoven die Sinfonie skizziert, verbringt der Komponist in Teplitz und in anderen böhmischen Bädern (Karlsbad und Franzensbad) - ein ereignisreicher Sommer. Beethoven trifft u.a. Goethe (und verachtet ihn als Hofschranze) und schreibt den herzergreifenden Brief an die "Unsterbliche Geliebte", dessen Adressatin immer noch nicht zweifelsfrei geklärt ist.
Das Datum, das Beethoven auf dem Autograph der 8. Symphonie mit "Linz im Monath October 1812" festhält, bezeichnet den Beginn der Niederschrift in Partitur und den Abschluss der reinen Skizzenarbeit. Vielleicht beendet Beethoven die Sinfonie schon Ende 1812, ganz sicher ist er aber im März 1813 fertig damit, denn Anfang März bietet er dem Grazer Konzertveranstalter Joseph von Varena "2 ganz neue Sinfonien" an: die Siebte und die Achte.

Zum ersten Mal hören konnte der Komponist sein Werk bei einer privaten Probe der beiden neuen Sinfonien op. 92 und op. 93 in den Räumen des Erzherzogs Rudolph in der Hofburg. Wegen des schwachen Gesundheitszustandes von Beethoven wurde der Termin mehrfach verschoben und schließlich auf den 21.4.1813 festgelegt. Möglicherweise war diese Hörprobe auch Grund für die Umarbeitung des Schlusses des ersten Satzes von op. 93, den Beethoven noch einmal austauschte. Ihre Uraufführung erlebte die 8. Sinfonie noch ein weiteres Jahr später, am 27. Februar 1814 im großen Redoutensaal in Wien, zusammen mit dem Terzett "Tremate, empi, tremate" op. 116 und der Wiederholung der 7. Sinfonie op. 92 und der "Schlacht bei Vittoria" op. 91. (J.R.)

Musikhandschriften
Skizzen, BH 122
Skizzen, HCB Mh 59
Skizzen, HCB Mh 86
Skizzen, NE 126
Autograph, op. 93, Schluß des 1. Satzes, Partitur, HCB BMh 8/48
Entwurf, Autograph Hummels, op. 93, 1. Satz, Bearbeitung von Johann Nepomuk Hummel für Klavier, Flöte, Violine und Cello, Partitur, NE 244

Erstausgaben
Originalausgabe, op. 93, Partitur, Steiner, 2570, C 93 / 30
Titelauflage, op. 93, Stimmen, Haslinger, 2571, C 93 / 1

Musikdrucke
Bibliographische Angaben im Katalog der Bibliothek

Schriftdokumente
Brief an Breitkopf & Härtel in Leipzig, Wien, um den 25. Mai 1812, HCB Br 101
Brief an Nikolaus Zmeskall, Wien, 22. April 1813, NE 71
Billet an Herrn Hartmann, Wien, vor dem 23. Februar 1814, HCB Br 137
Brief an George Thomas Smart in London, Wien, 16. und 19. März 1815, HCB Br 237
Eigentumsbestätigung für Sigmund Anton Steiner, Wien, 29. April 1815, HCB BS II / 2a
Eigentumsbestätigung für Sigmund Anton Steiner, Wien, 20. Mai 1815, HCB BS II / 2b
Brief an Johann Peter Salomon in London, Wien, 1. Juni 1815, HCB Br 208
Brief an Sigmund Anton Steiner, Wien, nach dem 9. Januar 1817, HCB BBr 55
Billet an Tobias Haslinger, Wien, vielleicht Februar 1823, HCB Br 141

Bilder
"Die neun Symphonien grüßen ihren sterbenden Schöpfer, Sir Herbert Beerbohm Tree als Beethoven bei der Aufführung des gleichnamigen Dramas in London" - Reproduktion einer Zeichnung von Fred Pegram, 1909 ?, B 2476
Beethovens 8. Sinfonie, 2. Satz - Ölgemälde von Tommaso de Meo, Rom, 1966, 1966, B 2287
Beethovens 8. Sinfonie, 3. Satz - Ölgemälde von Tommaso de Meo, Rom, 1966, 1966, B 2288
Beethovens 8. Sinfonie, 4. Satz - Ölgemälde von Tommaso de Meo, Rom, 1966, 1966, B 2289
Beethovens 8. Sinfonie, 1. Satz - Ölgemälde von Tommaso de Meo, Rom, 1966, 1966, B 3139
Beethovens Sinfonie Nr. 8 (F-dur, op. 93) - Fotografie eines Gemäldes von Radu Dragomir, um 1971, Ni 42 DRAG / 1970 Drag

Literatur
Bibliographische Angaben im Katalog der Bibliothek

Handschriftliche Quellen in anderen Bibliotheken
Berlin: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv
München: Stadtbibliothek
Frankreich, Paris: Bibliothèque nationale de France, département Musique, MS-19
Österreich, Wien: Gesellschaft der Musikfreunde, Archiv, Bibliothek und Sammlungen
Österreich, Wien: Österreichische Nationalbibliothek
Polen, Kraków: Biblioteka Jagiellonska

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