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"Tremate, empi, tremate", Terzett für Sopran, Tenor, Bass und Orchester op. 116

Hörproben
Tremate, empi, tremate (365 kB)

Entstehung
Erste Monate 1802 bis Ende 1802 / Anfang 1803

Textdichter: Giovanni de Gamerra

Vom Winter 1801 bis Frühjahr 1803 nahm Beethoven Unterricht bei Antonio Salieri (genau der, der Mozart nicht umgebracht hat). Beethoven war zu diesem Zeitpunkt in Wien bereits ein gefeierter Instrumentalkomponist. Zunehmend galt sein Interesse jedoch großen Vokalkompositionen - Oratorium und Oper - die ihm kompositionstechnisch weniger vertraut waren. Salieri dagegen war hochberühmt für seine (italienischen) Opern, seine weit über die Grenzen Wiens hinausgehende Popularität begründete sich hauptsächlich auf seine Bühnenwerke.

Beethoven begab sich also freiwillig zur Nachhilfe beim großen Meister des Fachs, um von diesem die Kniffe der Vokalkomposition zu lernen.

Auch das Terzett "Tremate, empi, tremate" op. 116 entstand in Salieris Unterricht. Den italienischen Text hat sicherlich Salieri vorgeschlagen. Angelegt und skizziert hatte Beethoven das Stück bereits im Jahresanfang 1802. Ursprünglich hatte Beethoven vorgehabt, das Terzett in seiner Akademie in der Karwoche 1802 aufzuführen. Dieses Konzert kam dann jedoch nicht zustande, weil Beethoven für den gewünschten Veranstaltungsort, das Hoftheater, eine Absage erhielt (und daraufhin dem Theaterdirektor, Peter von Braun, sehr grollte). Erst ein Jahr später, am 5. April 1803, konnte die Akademie stattfinden, bis dahin war auch das Terzett vollständig ausgearbeitet, wie das Papier der erhaltenen Dokumente beweist. Allerdings erlebte op. 116 auch bei diesem Konzert schließlich keine Aufführung, da die Veranstaltung ohnehin schon mächtig überladen war (auf dem Programm standen die 1. und 2. Sinfonie, das 3. Klavierkonzert und das Oratorium "Christus am Ölberge").

Seine tatsächliche Uraufführung erlebte das Terzett erst viele Jahre später, in Beethovens großer Akademie vom 27. Februar 1814 (in der auch die 7. und 8. Symphonie sowie die Schlachtenmusik "Wellingtons Sieg" aufgeführt wurden). Anna Milder-Hauptmann, Beethovens erste Leonore, Giuseppe Siboni und Carl Weinmüller, der in der Fidelio-Aufführung den Rocco sang, übernahmen die Gesangspartien. In der Konzertanzeige vom 24.2. warb Beethoven damit, er werde "einer ganz neuen, noch nicht gehörten Vokal=Terzette (...) zur Aufführung zu bringen" - was nicht ganz richtig war, denn die Komposition stammte immerhin aus den Jahren 1802/03. Aber immerhin war das Werk bislang noch nicht gespielt worden und somit für die Zuhörer in der Tat noch unbekannt. (J.R.)

Musikhandschriften
Überprüfte Abschrift, op. 116, Partitur, BH 86
Überprüfte Abschrift, op. 116, Singstimmenpartitur, Orchesterstimmen, BH 87 a

Erstausgaben
Originalausgabe, op. 116, Stimmen, Steiner, 4685, C 116 / 3
Originalausgabe, op. 116, Klavierauszug, Steiner, 4686, HCB C op. 116
Originalausgabe, op. 116, Klavierauszug, Steiner, 4686; Teilscan, C 116 / 1
Erstausgabe, op. 116, Partitur, Breitkopf und Härtel, 211, C 250 / Nottebohm
Titelauflage, op. 116, Stimmen, Haslinger, 4685; Teilscan, HCB C op. 116 (a)
Titelauflage, op. 116, Stimmen, Haslinger, 4685; Teilscan, C 116 / 4
Titelauflage, op. 116, Klavierauszug, Haslinger, 4686, C 116 / 2
Titelauflage, op. 116, Klavierauszug, Haslinger, 4686; Teilscan, Helferich 39 a

Musikdrucke
Bibliographische Angaben im Katalog der Bibliothek

Schriftdokumente
Billet an Herrn Hartmann, Wien, vor dem 23. Februar 1814, HCB Br 137
Eigentumsbestätigung für Sigmund Anton Steiner, Wien, 29. April 1815, HCB BS II / 2a
Eigentumsbestätigung für Sigmund Anton Steiner, Wien, 20. Mai 1815, HCB BS II / 2b
Brief an Ferdinand Ries in Bonn, Wien, 9. April 1825, BH 32
Billet an Karl Holz, Wien, Mitte Februar 1826, HCB Br 151

Literatur
Bibliographische Angaben im Katalog der Bibliothek

Handschriftliche Quellen in anderen Bibliotheken
Berlin: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv
Kanada, Vancouver (British Columbia): University of British Columbia Library, Fine Arts Division
Österreich, Wien: Gesellschaft der Musikfreunde, Archiv, Bibliothek und Sammlungen
Russland, Moskau: Gosudarstvennyj central'nyi muzej muzykal' noj kul'tury im. M. I. Glinki

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