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Ludwig van Beethoven, Trio für Klavier, Violine und Violoncello (D-Dur) op. 70,1, Klavierstimme, Überprüfte Abschrift

Beethoven-Haus Bonn, NE 183

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Wissenswertes
Fingersätze Beethovens für die Baronin Ertmann

Die Quellenlage des Klaviertrios op. 70 Nr. 1, des sog. Geistertrios ist umfangreich. Neben ausgedehnten Skizzen existiert ein vollständiges Autograph (Pierpont Morgan Library, New York) sowie eine Überprüfte Abschrift (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien). 1991 konnte das Beethoven-Haus seinen Sammlungen schließlich eine weitere überprüfte Abschrift hinzufügen. Leider ist diese nicht vollständig, sie enthält nur die Klavierstimme des Trios (Violine und Violoncello fehlen).

Die Abschrift hat zwei Titelblätter. Nachdem die erste Fassung (jetzt Bl. 2) mehrfach korrigiert und durch Rasuren nahezu unleserlich geworden ist, entschloss sich Beethoven offensichtlich zu einer "ordentlichen" Version, also zu einem zweiten Titelblatt (jetzt Bl. 1). Dieses zweite Blatt - aus einer anderen Papiersorte - wurde auf den ursprünglichen Titel aufgenäht (die Naht ist mittlerweile weitgehend geöffnet). Neben Titel, Widmung (an die Gräfin Erdödy) und Unterschrift ist darauf rechts quer und durchgestrichen eine weitere Bemerkung von Beethovens Hand verzeichnet: "Dieses wird die Baronin Ertmann den kommenden Dinstag spielen". Freifrau Dorothea von Ertmann war eine begabte und virtuose Pianistin, die Beethoven nicht nur als Interpretin sehr schätzte - er widmete ihr auch die Klaviersonate op. 101. Möglicherweise spricht Beethoven von der vorliegenden Abschrift, als er seinen Freund Nikolaus Zmeskall am 16. April 1809 brieflich bittet: "Wenn ich nicht komme lieber Z, welches leicht geschehen kann, bitten sie die Baronin Ertmann daß sie ihnen die Klawierstimme von dem Terzett da läßt, und haben sie hernach die Gefälligkeit mir solche mit den übrigen Stimmen noch heute zu schicken" (BGA 377, Beethoven an Nikolaus Zmeskall [Wien, 16. April 1809]). Die überprüfte Abschrift trägt zahlreiche dynamische Vorschriften, teilweise ausführlicher als das Autograph oder die Originalausgabe. Zudem enthält sie auf Bl. 7r (Bild 13) eigenhändige Fingersätze Beethovens. Hat die Freifrau Ertmann aus dieser Stimme musiziert, von Beethoven für sie eingerichtet? (J.R.)

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