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Ignaz Schuppanzigh (1776-1830) - Anonyme Fotografie nach einem Zeichnung von Josef Danhauser

Beethoven-Haus Bonn, B 930

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Der österreichische Geiger Ignaz Schuppanzigh war in Wien Mitglied des Hoforchesters und Musikdirektor des Kärtnertortheaters. In der Mitte der 1790er Jahre wurde er der Leiter eines Streichquartetts, das Fürst Karl von Lichnowsky ins Leben gerufen hatte. In dieser Zeit lernte Schuppanzigh auch Ludwig van Beethoven kennen, der möglicherweise Violinunterricht bei ihm genommen hat. Etwa zehn Jahre später wurde Schuppanzigh erster Geiger des Quartetts, das Graf Rasumowsky begründet hatte. In dieser Zeit brachte das Ensemble Beethovens Streichquartette op. 59 (die sogenannten "Rasumowsky-Quartette") zur Uraufführung.

Nach der Auflösung des Quartetts im Jahr 1816 zog Ignaz Schuppanzigh nach St. Petersburg, kehrte aber 1823 nach Wien zurück. Hier veranstaltete er die ersten öffentlichen Quartett-Abende, d.h. kammermusikalische Aufführungen, die für ein breites Publikum gedacht waren. Er leistete damit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der bürgerlichen Musikkultur im 19. Jahrhundert.

Der intensive freundschaftliche Kontakt Schuppanzighs zu Beethoven blieb auch in diesen Jahren bestehen. So leitete Schuppanzigh z.B. die Erstaufführungen der Neunten Sinfonie und einiger der späten Streichquartette Beethovens. Der Komponist amüsierte sich oft über die Korpulenz des Geigers, er nannte ihn "Mylord Falstaff" und schrieb für ihn 1801 das scherzhafte Chorstück "Lob auf den Dicken" (WoO 100). Als Schuppanzigh im April 1823 aus St. Petersburg zurückkehrte, begrüßte ihn Beethoven mit dem Kanon "Falstafferl, lass' dich sehen" (WoO 184). (S.B.)

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