Die Macht der Musik

Das kulturelle Leben im deutschen Kriegsgefangenenlager Bando in Japan

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Das Barackenlager in Bando

Die 12 provisorischen Lager wurden nach und nach aufgelöst, als klar wurde, dass ein baldiges Ende des Krieges nicht zu erwarten war und überdies auswärtige Beobachter Kritik an den z.T. unzureichenden, beengten und überbelegten Unterbringungen äußerten. Stattdessen wurden sechs architektonisch weitgehend identische größere Barackenlager neu erbaut: Kurume, Nagoya, Narashino, Aonogahara, Ninoshima und Bando. Im April 1917 wurden die ca. 1000 Gefangenen aus den drei auf der Insel Shikoku gelegenen Lagern Marugame, Matsuyama und Tokushima nach Bando (ca. 12 km von der Präfekturhauptstadt Tokushima entfernt, heute zur Stadt Naruto gehörend) verlegt.


Blick auf das mit doppeltem Stacheldraht eingezäunte Lagergelände



Karte des Lagers Bando von Joh. Jakoby, Stand 1.4.1919



Haupttor zum Lager mit der charakteristischen Bogenlampe


Lagerkommandant wurde Matsue Toyohisa, der sich bereits in der Leitung des Lagers Tokushima bewährt hatte. Er verwaltete das Lager human und liberal, gestattete den Gefangenen vielerlei Aktivitäten und pachtete zusätzliche Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung und die Errichtung von Sportstätten an. Durch seine abgelegene Lage in einer bäuerlich-ländlichen Gegend, noch dazu auf einer Insel ohne Zugang zu einem internationalen Hafen, war die Fluchtgefahr sehr gering, weshalb man weniger streng als in anderen Lagern verfahren konnte. Dies hatte einen regen Kontakt mit der japanischen Landbevölkerung zur Folge. Seitens der japanischen Regierung wurde Bando denn auch bewusst als "Vorzeigelager" etabliert. Diese Sonderstellung wirkt zwar bis heute fort, ist aber eigentlich nicht wirklich begründbar. Auch in Kurume und Nagoya gab es ein Orchester, in Narashino ein Streichorchester, in allen Lagern gab es eine Lagerdruckerei.


Lagerkommandant Matsue Toyohisa



Kriegsgefangene in Bando, Heinrich Thies mit x bezeichnet



Kriegsgefangene Offiziere, japanische Lageroffiziere und ein japanischer Dolmetscher

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