Die Farbe der Klänge

Tommaso De Meos malerische Umsetzung der neun Sinfonien Beethovens

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Leben und Werk De Meos

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Tommaso De Meo


Tommaso De Meo wurde am 17. Juli 1924 in Andria (bei Bari) geboren. In der "Accademia Romana di Valle Giulia" in Rom widmete er sich als Schüler von römischen Künstlern wie Stradone, Tani und Ciavatta dem Studium der Malerei. Jedoch konnte er seine Ausbildung nicht abschließen, da er in die Kriegsmarine einberufen wurde. 1943 geriet der 19-jährige Tommaso eher durch Zufall in Gefangenschaft, als eine nahe gelegene Carabinieri-Wache von den Nationalsozialisten überfallen wurde. An diesem Tag wurden viele Römer als Zwangsarbeiter nach Österreich deportiert. De Meo wurde zunächst nach Graz verschleppt. Das Geigenspiel eines tschechischen Mitgefangenen brachte ihn nicht nur mit Beethovens Musik in Kontakt, sondern half ihm, die grausamen Bedingungen im Lager zu überstehen. In jener Zeit entdeckte der junge De Meo erneut die Kunst: Sein Zeichentalent nutzte er für die Anfertigung einiger Portraits der Offiziere, die ihm dadurch wohlwollender gesonnen waren. Im Winter erlitt er eine Erfrierung, die ihn zwei Finger seiner rechten Hand kostete.

In den fünfziger Jahren begann De Meo neben seiner Tätigkeit als Beamter im Ministerium für Postwesen seine künstlerische Laufbahn. Ein schwerer Unfall brachte den Verlust eines Auges mit sich und ließ das andere Auge fast gänzlich erblinden. Einige Jahre verbrachte De Meo in fast völliger Dunkelheit, bis mehrere Augenoperationen glücklicherweise seinen Sehkraft teilweise wiederherstellen konnten. Diese körperliche Beeinträchtigung, die das Ende seiner Kunst hätte bedeuten können, erweckte beim Künstler angesichts eines vergleichbaren Gebrechens eine tiefe Verbundenheit mit Beethoven als Menschen und Künstler. De Meo sah Beethoven als seinen Meister an, der ihm durch seine Musik Kraft und Hoffnung schenkte. Von nun an setzte sich De Meo mit Beethovens Leben und Werken intensiv auseinander und die Verehrung des Komponisten nutzte er als Motor für die eigene Malerei. Er unternahm mehrere Reisen nach Bonn und Wien und bereitete in dieser Zeit einige Studien zu seinen späteren "musikalischen" Gemälden vor. In den Jahren 1964 bis 1966 entstand ein Bilderzyklus zu Beethovens Sinfonien, in denen der Maler seine Interpretation der Musik Satz für Satz auf die Leinwand übertrug.

Weitere Ölgemälde behandeln Fidelio, Coriolan, Egmont und die Missa Solemnis. Innerhalb von fünf Jahren malte er über 60 Werke zu Beethoven. Die Sinfonien-Bilder wurden 1970 anlässlich des 200. Geburtstags Beethovens in Rom im "Palazzetto Medici" ausgestellt, woraufhin De Meo eine Auszeichnung von der Kulturabteilung der deutschen Botschaft erhielt. Der römische Künstler beschäftigte sich jedoch nicht nur mit den musikalischen Sujets. In vielen anderen seiner zahlreichen Werke sprach De Meo eine Warnung an die Menschheit aus; denn obschon diese über die Fähigkeit verfüge, grandiose Kunstwerke zu schaffen und bereits Genies wie Michelangelo und Beethoven hervorgebracht habe, besitze sie jedoch gleichzeitig das Potenzial, sich selbst zu zerstören.

Die letzten 20 Jahre seines Lebens lebte De Meo abgeschieden auf dem römischen Land, umgeben von seinen Beethoven-Bildern, von denen er sich nie trennen konnte und die er um sich herum "brauchte", da sie ein Teil seiner eigenen Geschichte sowie die lebenslange Verehrung Beethovens verkörperten. Der Maler Tommaso De Meo verstarb 2010 an Beethovens Tauftag, dem 17. Dezember, in Rom. Sein Wunsch war es, dass seine Bilder nach seinem Tod dem Beethoven-Haus als Geschenk übergeben werden. Die Kinder des Künstlers kamen dem Wunsch des Vaters gerne nach. Im Rahmen einer Feierstunde im Kammermusiksaal wurden die Bilder am 17. Dezember 2011 dem Beethoven-Haus übergeben.






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